7 Conversion Killer, die Sie von Ihrer Website entfernen sollten

Luke Bolz

Luke Bolz

luke.bolz@p1commerce.de

Kennen Sie die Ursachen, weshalb viele Besucher Ihre Website zu schnell wieder verlassen? Vielleicht ist es ein veraltetes Design? Oder vielleicht sind auch die Fotos schlecht gewählt?

Nicht wirklich, zwar können auch diese Faktoren Ihrer Website schaden, doch der ausschlaggebende Punkt für eine zu hohe Absprungrate ist in den meisten Fällen, dass die Website den Besucher verwirrt.

Es gibt einige Dinge, die vielleicht auch Sie auf Ihrer Website haben, die Besucher und potenzielle Kunden verwirren und dadurch Ihrer Conversion Rate massiv schaden können.

In diesem Artikel gehen wir auf die wichtigsten Punkte ein. Es sind Punkte, die Sie ganz einfach von Ihrer Seite entfernen können um alles im Handumdrehen ein wenig einfacher und klarer zu machen. Unser Ziel ist es dafür zu sorgen, dass die Besucher Ihrer Website all die notwendigen Informationen für eine Entscheidung schnell und unkompliziert bekommen, ohne von unnötigen Extras abgelenkt zu werden.

 

 

Wie Sie Ihre Besucher verwirren

Eines der Probleme die wir am häufigsten sehen ist, dass Websites zu viele Dinge auf einmal aussagen sollen, obwohl ein Websitebesucher eigentlich nur eine Sache wissen möchte, nämlich wie Sie ihm weiterhelfen können.

Das ist der Fall, wenn Sie zu viele Unterseiten, zu viele Optionen haben und zu viele Aussagen einbauen, die für den Kunden am Ende einfach nicht wichtig sind. Dieser wird – überwältigt von Informationen – einfach weiter zu nächsten Website klicken. 

Viele Unternehmen und Websitebetreiber möchten unbedingt so viele Extras auf Ihrer Website haben, nur weil die Konkurrenz das selbe tut, oder sie noch ein kleines bisschen professioneller wirken möchten als alle anderen.

Die Folge ist, dass sie immer mehr Abschnitte und Unterseiten hinzufügen die eigentlich niemandem etwas bringen, nur weil sie denken, dass gute Webseiten unbedingt besonders viel Inhalt brauchen. Dabei wissen die meisten von uns eigentlich, dass sich wahrscheinlich kein Kunde jemals all diese Informationen durchlesen wird. Trotzdem gibt die Vorstellung einer simplen, nicht allzu umfangreichen Website vielen Leuten das Gefühl, es würde etwas fehlen. Also fügen Sie immer mehr Infos hinzu, bis das einzige was noch fehlt Klarheit und Übersicht sind.

Wir besprechen nun sieben dieser „Conversion Killer“: Elemente einer Website, die viele als unentbehrlich empfinden, die aber der Übersichtlichkeit ihrer Seite schaden können. Natürlich gibt es hier immer Ausnahmen und in bestimmte Fällen ergeben diese Elemente durchaus Sinn. Falls Sie manche davon selber verwenden, fragen Sie sich einfach einmal sehr genau, ob sie zu einem Verkauf, einer Conversion, einem Lead oder dem individuellen Ziel Ihrer Website beitragen. Wenn die Antwort „nein“ lautet, rate ich Ihnen, das ganze zu kürzen oder es zumindest etwas in den „Hintergrund“ zu verschieben. Grundsätzlich sollten die Elemente im Hauptmenü nur die wichtigsten Fragen beantworten und die relevantesten Informationen liefern.

 

1) Vorstellung der Mitarbeiter

Das erste Element, das Sie meiner Meinung nach entfernen sollten, ist eine Seite (oder ein Abschnitt) für die Vorstellung Ihrer Mitarbeiter. Eine „Team“-Seite inklusive Vorstellung aller Mitarbeiter ist immer häufiger auf Websites zu sehen, meistens handelt es sich um eine Reihe von Fotos dieser Mitarbeiter, die nach einem Klick weitere Informationen und Kontaktdaten anzeigen. Je nach Unternehmenskultur werden gerne auch mal ein paar Scherze eingebaut um die Persönlichkeit des Einzelnen noch ein wenig hervorzuheben. Das ist auch völlig in Ordnung, das Problem liegt aber darin, dass es sich hierbei viel zu sehr um das Unternehmen selbst dreht und nicht um den Kunden. 

Unsere Konzepte basieren immer darauf, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und ihm den größtmöglichen Mehrwert zu bieten. Die meisten Kunden werden nicht wissen, was Sie mit den Informationen zu Ihren einzelnen Mitarbeitern anfangen sollen (wenn sie die entsprechende Seite überhaupt jemals  erreichen).

Und mal ehrlich, möchten Sie, dass Ihre Websitebesucher die Zeit damit verbringen, zu lesen womit Ihre Mitarbeiter ihre Freizeit verbringen, oder möchten Sie, dass Ihre Besucher einen Termin buchen, ein Angebot anfordern oder etwas bestellen?

Ihre „Über uns“-Seite sollte sich darum drehen, wie Sie Ihren Kunden helfen und ihr Leben leichter machen. Falls es in Ihrem Fall jedoch Vertrauen schafft, kann es durchaus sinnvoll sein, eine kurze Beschreibung der wichtigsten Personen in Ihrem Unternehmen einzubauen, aber halten Sie diese so kurz wie möglich

 

2) Ihr Leitbild

Ein weiterer Punkt den Sie überdenken sollten, ist die ausführliche Formulierung und Erklärung eines Leitbilds oder Ihrer „Mission“ auf Ihrer Website.

Auch wenn ein Unternehmensleitbild eine gute Sache ist und für Sie selbst sehr wichtig ist, wird es in den meisten Fällen nicht kaufentscheidend für einen Kunden sein. Die Ziele Ihres Unternehmens sind für einen Interessenten unwichtig, sollten sie nicht zufällig genau mit den seinen übereinstimmen. Doch selbst wenn das der Fall sein sollte, sind Sie besser dran wenn Sie diese Seite umbenennen in „wie wir Ihnen helfen“, „Ihr Ziel ist unser Ziel“ oder ihr sonst einen Titel geben, der ausdrückt, dass Ihre Philosophie auch etwas ist, das Ihren Kunden antreibt. Denn wie oben besprochen wollen wir diesen stets in den Mittelpunkt stellen.

 

3) Hero Abschnitt

An dritter Stelle haben wir die klassischen „Hero Banner“ von Ihnen und Ihrem Team, Ihrem Firmengebäude, Ihren Büros und all diese typischen Bildern. 

Nehmen wir einfach mal das Beispiel einer Anwaltskanzlei: wir haben direkt oben auf der Website (im „Hero Abschnitt“) ein großes Bild des Anwalts, bzw. des Teams, was dafür sorgt, dass die Firma selbst als der „Held“ dargestellt wird und nicht die Kunden. Verwenden Sie an dieser Stelle lieber Fotos von glücklichen Kunden, ein Bild, das die positiven Gefühle der Kunden zeigt wenn Sie ihnen geholfen haben oder wenn sie Ihre Produkte verwenden.

Nehmen wir das Beispiel eines Architekten: Ihre Interessenten wollen kein großes Foto von dem Architekten selbst, seinem Zeichentisch oder seinen Entwürfen sehen. Sie sollten ihnen Bilder von glücklichen neuen Hausbesitzern zeigen, die ihr neues Traumhaus genießen, das Sie für sie geschaffen haben. Am Ende kümmert sich der Kunde nicht um die Arbeit, die in sein Haus geflossen ist, sondern um das Endergebnis und das Gefühl, die nächsten 30 Jahre in seinem perfekten Haus wohnen zu können.

 

4) Wohltätigkeit und Gemeindearbeit

Okay, dieser Punkt klingt vielleicht etwas kontrovers. Wieso sollten Sie etwas so positives von Ihrer Website entfernen oder in den Footer verbannen? Wohltätigkeit und Engagement in der Gemeinde sind natürlich sehr wichtig und es ist toll, wenn diese Dinge ein Teil Ihres Unternehmens sind. 

Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass diese Dinge selten kaufentscheidend sind und die Interessenten unnötig ablenken. Wenn ich eine Firma suche, die mir ein Haus baut, dann will ich am Ende einfach nur das bestmögliche Unternehmen finden, das mein perfektes Haus bauen kann. Wenn Sie mir stattdessen auch noch all Ihre anderen tollen Projekte zeigen, lenkt das vom eigentlichen Thema ab und sorgt für unnötige Verwirrung. Wenn Sie Ihre Kunden über wohltätige Aktionen informieren möchten, tun Sie das hinterher, wenn Sie bereits mit Ihnen arbeiten und etwas Vertrauen gewonnen haben, aber nicht als einer der ersten Punkte auf Ihrer Website.

Doch natürlich kennen Sie Ihre Kunden am besten, wenn Sie sich sicher sind, dass Ihr Engagement Ihnen mehr Geschäfte bringt, weil es für Ihre Kunden wichtig ist, dann zeigen Sie es. Wenn Sie es jedoch nur in Ihre Website einbauen, weil Sie denken, dass sich Ihre Kunden für dieses Thema interessieren sollten, dann ist das ein Fehler. Wofür sich Ihre Websitebesucher interessieren sollten und was sie in Wirklichkeit interessiert, sind leider zwei sehr verschiedene Dinge und wenn etwas nicht zu einem Kauf führt, dann lenkt es nur von Ihren eigentlichen Zielen ab.

Hier geht es hauptsächlich darum, diesen Punkt in die Fußzeile der Website zu verschieben und aus der primären Navigation (dem Hauptmenü) zu entfernen. Denn natürlich gibt es Gründe, Themen wie Wohltätigkeit und Gemeindearbeit in Ihre Website mit aufzunehmen, aber nehmen Sie es ein wenig aus dem Mittelpunkt.

 

5) Kontakt aufnehmen

Wenn Sie auf Ihrer Website einen Punkt wie „Kontakt aufnehmen“ haben, der nur auf eine normale Seite oder einen Abschnitt mit Ihren Kontaktinformationen verweist, dann gibt hier es auf jeden Fall Optimierungsbedarf.

Was Sie brauchen ist ein starker call to action auf Ihrer Website und „Kontakt“ ist einer der schwächsten CTAs die es gibt, da dem Websitebesucher keine klaren nächsten Schritte aufgezeigt werden. Die Leute wollen wissen, was im Kaufprozess oder im Prozess der Entscheidungsfindung als nächstes passieren muss und „Sie zu kontaktieren“ ist keine eindeutige Information.

Wählen Sie einen klaren call to action, der Ihre Intentionen deutlich macht. Sie werden von einer Seite wie „Termin vereinbaren“ oder „Rückruf erhalten“ sehr viel mehr profitieren, diese sollten Ihre neuen Kontaktseiten werden. Viele Unternehmen brauchen trotzdem eine klassische Kontaktseite für allgemeinere Anfragen, Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie diese Seite ganz streichen möchten oder nicht. Bei vielen Seiten stellen wir fest, dass darüber oft nur unqualifizierte Leads und Werbeanrufe kommen und, dass die Interessenten, die wirklich mit Ihnen zusammenarbeiten möchten, direkt einen Termin oder ein Beratungsgespräch vereinbaren würden.

Wenn Sie sich dazu entscheiden, trotzdem eine Kontaktseite auf Ihrer Website zu verwenden, dann schieben Sie es in die Fußzeile. So werden die Leute, die diese Daten wirklich suchen, sie auch finden können und sie werden nicht weiter in der Hauptnavigation mit dem richtigen CTA konkurrieren.

 

6) Image Slider

Der nächste Punkt sind große Bildslider. Wir alle haben sie schon tausend mal gesehen, üblicherweise in der Herosektion der Website. Ein großes Hintergrundbild, das mit verschiedenen Bildern und Überschriften hin und her wechselt. Es ist klar, warum diese so beliebt geworden sind: Sie geben uns als Websitebetreibern die Möglichkeit, viele Dinge gleichzeitig zu zeigen und auszudrücken und das alles an einem Ort.

Das Problem liegt darin, dass zahlreiche Tests inzwischen belegt haben, dass sich kaum jemand überhaupt die zweite oder dritte Folie eines Sliders ansieht. Wenn Sie zu viele Dinge auf einmal ausdrücken wollen, verlieren Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Websitebesucher. 

Um dieses Risiko zu vermeiden sollten Sie statt vieler verschiedener Folien und Aussagen lieber eine zentrale, aussagekräftige Überschrift wählen. Um uns an den Anfang des Artikels zu erinnern: Ihr Heroabschnitt sollte genau drei Dinge erledigen: er muss den Menschen auf eine klare Art und Weise eindeutig mitteilen, was Sie tun, warum das was Sie tun für Ihre Kunden wichtig ist und was diese als nächstes tun müssen, um bei Ihnen zu kaufen. 

Mit einer einzelnen, aussagekräftigen Überschrift und einem gut gewählten call to action werden Sie die Conversion Rate Ihrer Website mit Sicherheit verbessern können.

 

7) Auffällige Social Media Icons

Sie haben bereits so viel Arbeit geleistet, um Ihre Website überzeugend zu gestalten und haben viel wertvollen Content für Ihre Besucher geschaffen. Also wieso sollten Sie diese dazu verleiten, Ihre Website wieder zu verlassen?

Ich verstehe, wieso jeder seine Social Media Kanäle bewerben will, denn man sieht Social Media Icons wirklich auf fast jeder modernen Website. Selbstverständlich sind soziale Medien ein sehr wirkungsvolles Marketingwerkzeug, wenn Sie jedoch die Aufmerksamkeit der Besucher von dem eigentlichen Ziel Ihrer Website ablenken und sie dazu verleiten, diese zu verlassen um zu Facebook oder Instagram zu springen, dann verlieren Sie dadurch Kunden.

Die meisten Social Media Icons locken die Besucher von Ihrer Website weg, selbst wenn diese Ihre Website verlassen um Ihnen ein Like dazulassen oder sich Ihre Beiträge anzusehen, werden sie sich höchstwahrscheinlich auf den Plattformen verlieren und nie zu Ihrer Website zurückkehren. 

Sie sollten Soziale Medien als einen Ort ansehen, von dem aus die Menschen auf Ihre Website gelangen und nicht anders herum. Wir strengen uns ja nicht so an, Besucher auf unsere Website zu bekommen, nur um sie dann an Facebook weiterzuleiten. 

Natürlich können Sie die Icons weiterhin auf Ihrer Website behalten, doch auch hier gilt es, sie weniger präsent zu machen und sie etwas weniger farbenfroh zu gestalten. Schieben Sie sie in die Fußzeile, verwenden Sie ein einfaches Schwarzweiß (oder eine andere passende Farbe) und jeder, der wirklich nach ihnen sucht wird sie auch finden können.